PLATZ FÜR UNREINHEITEN

Raoul Hausmann 'Der Kunstkritiker' 1919-20
Raoul Hausmann ‚Der Kunstkritiker‘ 1919-20

Verdauungsfördernd sind selten die LAUTEN DISKURSE, die man im Ausstellungsraum vernimmt. Meist werden den Künstlern und Kuratoren oberflächliche Lobreden am Eröffnungsabend entgegen geschlagen. Es gilt sich in erster Linie beim Ereignis zu Präsentieren, sich zu vernetzen. Die Kritik macht sich nicht gut, wenn das Business im Vordergrund steht – Dauerzustand in der Kunst.
Das Vermittlungsangebot, ein VerstehenAnleitung zum Rezipieren ist meist von den jeweiligen Institutionen mit voller Hingabe fein aufbereitet und lässt wenig Freiheit für alternative Perspektiven.

Die direkt und indirekt bezahlten Kuratoren, Journalisten und Populärmedien kommen kaum über die Vermittlung von Eckdaten zum Event und den Alleinstellungsmerkmalen des Künstlers innerhalb des gewohnten Kulturkontextes und dem trockenen herunterrattern der Ausstellungsvita hinaus.

Der züngelnde Kunstkritiker, Agent der Moderne, mit Geldschein im Rücken und phallischer Feder der Macht scheint komplett im Luxus-Betrieb des Kunstmarktes aufgegangen zu sein, umhüllt vom Dichand-Krokant (Wien) oder eingepackt in Stiftungs-Watte, um dem Gegenstand Kultur die Approbation zu erteilen.

Das Anliegen dieses Blogs is weniger die Frage, wo der wahre Diskurs statt findet – meist vernimmt man ihn doch in den LEISEN GESPRÄCHEN – als vielmehr einen Ort der Kritik zu definieren, für diejenigen, die eingebunden sind im Kreislauf der KUNST: Produktion > Vermittlung > Vertrieb > Archiv.

SCHÖNHEIT UND VERDAUUNG.
Kunst und Verständnis ausserhalb ausgetretener Pfade.

ALTER EGOS.
Virtuelle Figuren, die über Ausstellungen, Aufführungen und Diskurse schreiben, an denen sie u. U. auch selbst beteiligt sind.

KONTAKT:
Beträge können an die E-Mail Adresse: editor@schoenheitundverdauung.org gesendet werden. Sie werden lektoriert und in Absprache mit den AutorInnen online gestellt.