SUV: PLATZ FÜR UNREINHEITEN

Der züngelnde Kunstkritiker, Agent der Moderne mit Geldschein im Rücken und phallischer Feder der Macht scheint komplett im Luxus-Betrieb des Kunstmarkts aufgegangen zu sein. Umhüllt vom Dichand-Krokant (Wien) oder eingepackt in Stiftungs-Watte der repräsentativen Großsammlungen alten Industrieadels (Deutschland) erteilt er den auserwählten Gegenständen der „Kunst“ die Approbation.

Verdauungsfördernd sind selten diese öffentlichkeitswirksamen und schreienden Diskurse, die man um den Ausstellungsraum vernimmt. Den Künstler*innen und Kurator*innen schlagen oberflächliche Lobreden entgegen. Das Lob der Magazine haben sich die Institutionen mit Anzeigen gekauft. Es gilt sich in erster Linie gut zu präsentieren, die Ausstellung als Produkt zu verkaufen, sich durch neue Kontakte für das nächste Kunstprojekt und letzten öffentlichen Gelder zu vernetzen.

Kritik macht sich dort natürlich nicht gut, auch wenn es der Kunst und den Künstler*innen besser täte.

Die Vermittlungsangebote, als Anleitung zum Rezipieren, sind meist fein aufbereitet, lassen weder Freiheit für die kritische Auseinandersetzung noch bieten sie Anregungen, die vorgegebenen Pfade zu verlassen, obwohl einem die Intuition etwas anderes sagt.

Das Anliegen dieses Blogs ist weniger die Frage, wo der wahre Diskurs stattfindet (wahrscheinlich nicht einmal hier) – meist vernimmt man ihn doch in den leisen Gesprächen hinter vorgehaltener Hand –, als vielmehr eine Plattform für Kritik zu definieren, die diejenigen, im Betriebsablauf der KUNST eingebundenen: Produktion > Vermittlung > Vertrieb > Archiv, ohne sich zu offenbaren, nutzen können.

SCHÖNHEIT UND VERDAUUNG:
Kunstkritik außerhalb der Gefälligkeiten.

ANONYME ARTIKEL:
Virtuelle Figuren, die über Ausstellungen, Aufführungen und Diskurse schreiben, an denen sie u. U. auch selbst beteiligt sind.

KONTAKT:
Beträge können auf Deutsch und Englisch an editor@schoenheitundverdauung.org gesendet werden.

Editiert und in Absprache mit den Autor*innen online gestellt.